subVision Hamburg kunst. festival. offoff. Hamburg Hafencity

Gossip, Info und Doku zum internationalen Subvision Festival in der Hafencity Hamburg 2008. Offoffizielle Seite.
Freitag, 14. März 2008
A.s.o. WSW - Information about subvision in english
Dear Guests,
following you will find another opinion about "Subvision".
It is written and signed by Hamburg artists and protagonists of Hamburg art scene, such as publishers, project space owners and beyond. It is an excerpt of an essay with detailed informations to concept, problems and background of the hafencity art festival "subvision". Very interesting and worth thinking about to deny any cooperation. Full Essay
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Nachfolgend gibt es einen Text zu lesen, der an Interessierte und bestenfalls auch an die Adressaten möglicher Einladungen durch das subvision-Team gerichtet ist..
Eine sehr interessante Langversion ist HIER zu finden.

Download as PDF briefing - short version (pdf, 18 KB)
Download as PDF briefing - full version (pdf, 47 KB)


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HAMBURG´S SUBVISION IS TRYING TO COOPT INTERNATIONAL "OFF" ART PROJECTS

 

A generously state-funded project with leading Hamburg art-institution figures at its helm is planning to showcase international "off" art - "new forms" of artistic activity that have developed at "far remove from the big art-fairs“ - in Summer 2008.

Great news? Have you, or acquaintances, already been invited?

Just one minute, please.

Below you will find some (not quite impartial, perhaps, but well-documented) information that may be of interest to those (hopefully all) of you whose cultural endeavors draw on emancipatory and/or art-democratizational aspirations. This project, we feel, must be understood against the backdrop of recent Hamburg culture-political events. The past seven years here were tumultuous, in this regard, and the names at the head of this project are associated with a clear political line.

Subvision is conceptually superfluous. It is a copycat version of the Wir Sind Woanders #2 European Art Festival held in this very same city, ten months earlier.

Subvision is not building on the dedicated work and contributions of those who have a competence in "off art"; Subvision wants to instrumentalize foreign "off art" initiatives to outflank the locals’ self-organizational and challenging steps forward.

There is a contradiction between what Subvision says and what it does. It says "far remove from the big art-fairs“ is where it’s at, but its effective decision-making model places business-as-usual actors (in cahoots with rightist politicians and real estate interests) back at the top.

The Subvision initiators are building up in a ramshackle way (like the refugee containers its architecture echoes) with their left hands what they have undone and undermined with their right one. Subvision has neoliberalism and culture-industry written all over it.




  HAMBURGER SUBVISION IST BEMÜHT
INTERNATIONALE "OFF"-KUNSTPROJEKTE ZU VEREINNAHMEN


 

Ein durch öffentliche und Stiftungsgelder großzügig gefördertes Projekt, geleitet von führenden Persönlichkeiten namhafter Kunstinstitutionen in Hamburg, hat zum Ziel, im Sommer 2008 internationale "Off-Kunst" zu zeigen: "Neue Formen" künstlerischer Aktivität, die sich "weit ab von den großen Schauplätzen der Kunst" entwickelt haben.

Gute Nachricht? Seid Ihr oder Eure Bekannten bereits eingeladen?

Einen Moment, bitte.

Untenstehend findet Ihr einige (zwar nicht ganz unvoreingenommene, aber gut recherchierte) Informationen, die wohlmöglich für diejenigen von Euch (hoffentlich alle) von Interesse sein könnten, deren kulturelles Wirken und Handeln auf emanzipatorischen, bzw. Kunst-demokratisierenden Bestrebungen basiert.

Dieses Projekt kann schwerlich losgelöst von den neueren, kulturpolitischen Entwicklungen in Hamburg betrachtet werden. Die letzten sieben Jahre waren in dieser Hinsicht recht turbulent, und die Namen, die an der Spitze des Projektes stehen, lassen sich zu einer eindeutigen politischen Ausrichtung ins Verhältnis setzen.

Was man auf jeden Fall bedenken sollte:

Subvision ist im Grunde ein vollkommen überflüssiges Konzept. Es handelt sich nämlich um die nachgeahmte Version eines gerade mal vor 10 Monaten von freien Hamburger Kunstinitiativen, in genau dieser Stadt ins Leben gerufenes Projekt:
Wir Sind Woanders #2 European Art Festival

Subvision ist weit davon entfernt, die engagierte Arbeit von KünstlerInnen, deren Kompetenzen tatsächlich in der "Off-Kunst" liegen, zu stützen.

Subvision bevorzugt es, ausländische "Off-Kunst"-Initiativen einzuladen. Die Herrschaften haben sich vorgenommen, ihre Gäste vorübergehend zu instrumentalisieren und ganz nach ihrem Gusto dafür einzusetzen, die selbst-organisierten Prozesse und unbequemen Forderungen der lokalen Initiativen zu ignorieren oder auszubremsen. Schon jetzt machen sich die tendenziell spaltenden Kräfte dieses Unternehmens auf der lokalen Ebene bemerkbar.

Zwischen dem, was Subvision sagt, und dem was es tut, besteht ein Widerspruch. Zwar heißt es: Die wirklich spannenden künstlerischen Prozesse fänden "weit ab von den großen Schauplätzen der Kunst " statt. Die real praktizierte Entscheidungsfindung bringt aber doch wieder nur die üblichen Verdächtigen und willigen Akteure ins Spiel und an die Hebel der Macht (möglichst im Einklang mit resolut rechts angesiedelten Politikern und wachsenden Immobilien-Interessen).

Die Subvision-Initiatoren bauen auf eine ziemlich wacklige Art und Weise (ähnlich der Architektur der Asylanten-Container), mit der linken Hand etwas auf, das sie mit der rechten untergraben und zugrunde richten. Auf den Containern von Subvision steht nicht nur "Capital" überall drauf, sondern auch Neo-liberalismus und Kulturwirtschaft.

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